Vergangenen Samstag feierte das deutsche Reinheitsgebot, das nur Wasser, Hopfen, Malz und Hefe als Zutaten für die Bierherstellung erlaubt, seinen 500. Geburtstag. Doch mittlerweile hat der Trend zu größerer Experimentierfreude beim Bierbrauen auch Deutschland und seit Anfang Februar sogar Bayreuth erreicht. Auf dem Gelände von Maisel‘s Weisse eröffnete das Liebesbier, eine Mischung aus Restaurant und Brauerei, das über 100 verschiedene Biersorten anbietet; darunter zahlreiche Craft-Biere.

Es ist Samstagabend und das Liebesbier ist sehr gut besucht. Das Ambiente, überwiegend in Brauntönen gehalten, wirkt einladend und gemütlich kombiniert mit Brauerei-Charme; die bequemen Sessel und Bänke machen Lust auf einen langen Abend. Die Auswahl an Bieren ist überwältigend und macht eine Entscheidung nicht einfacher: helle und dunkle Lagerbiere, Weizenbiere, verschiedene Ale-Biere, fassgereifte Biere, dazu verschiedene Geschmacksrichtungen aus diversen Ländern. Letztendlich entscheiden wir uns zunächst für ein Amarsi IPA Craft-Bier. Für Craft-Bier-Neulinge ist der Geschmack durchaus gewöhnungsbedürftig: Fruchtig-süßer Geschmack gepaart mit der für Bier typischen Bitterkeit. Das Etikett der Flasche gibt Aufschluss: neben Mango, Mandarinen und Grapefruit enthält es Honig und Karamell bei einem Alkoholgehalt von 7,1 % vol. Unsere erste Craft-Bier-Erfahrung war interessant und wir wollen ein weiteres exotisches Bier probieren. Es wird ein fassgereiftes Bourbon Barrel Bock. Die Kellnerin erklärt uns, dass dieses Bier in Tequila-, Rum- und Bourbon-Fässern insgesamt drei Monate gelagert wird, was dem Gerstensaft eine besondere Geschmacksnote geben soll. Der erste Schluck: es dominiert deutlich ein würziger Vanillegeschmack, doch auch ein leichter Anflug von Zitrusfrüchten lässt sich herausschmecken. Nach diesem Bier ist unsere Experimentierfreude ausgeschöpft und wir widmen uns dem Gutbekannten: einem einfachen Pils. Auch das gibt es hier.

Alles in allem ist ein Besuch des Liebesbier zum Erweitern des eigenen Bier-Horizontes sicherlich eine Erfahrung wert. Als Orientierungshilfe durch den Bier-Dschungel mit über 100 verschiedenen Sorten gibt es eine Bierkarte, die knapp 100 Seiten umfasst und jedes Bier und die verschiedenen Biertypen ausführlich erklärt. Die Preise variieren stark: Viele Biere gibt es für gut drei Euro pro halben Liter, andere wiederum kosten 11,90 Euro für die eher ungewöhnliche 0,66 Liter-Flasche. Neben einem vielfältigen Speiseangebot gibt es auch die Möglichkeit, den Brauvorgang zu beobachten. Für Experimentierfreudige zu empfehlen: das Tasting Board, welches sechs verschiedene Craft-Biere von Maisel‘s in Probiergröße (0,1 l) umfasst und für sechs Euro zu haben ist.

 

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