Eigentlich sollte man meinen, dass sich Studenten auf die Toilette begeben, um dort ihr kleines oder bei Bedarf großes Geschäft zu verrichten. Doch wie kommen dann diese merkwürdigen Schriftzeichen in Textform in die Kabinen? Zugegebenermaßen befinden sich 95% davon in denen der männlichen Bevölkerung. Und wie kommt es, dass die restlichen 5% der Schriftzeichen in den weiblichen Toiletten auch von Männern stammen? Eine solch deutliche Aufforderung kann nicht von Frauen sein!

Doch welche Personen beschmieren Bayreuths Uni-Toiletten mit welchen Motiven? Man kann sie in drei Kategorien einteilen: Angefangen mit eindeutig sexuellen Aufforderungen – nennen wir sie den Lustmolch. Seine Ergüsse sind verbal sehr ausgereift und auf höchstem Niveau formuliert, so dass sie ihr Ziel nicht verfehlen können. Weiter geht’s mit dem Fäkalfaszinierten, der nichts aufregender findet, als über Größe, Aussehen, Beschaffenheit und Alter seines Geschäfts zu schreiben. Hierbei lässt sich eine Vielzahl von Metaphern entdecken, wie „braun“ und „Adolf“.
Die letzte Kategorie ist die der Kunstkacker, die aus einem unschuldigen Kleiderhaken einen kleinen, süßen Elefanten machen. Auch die Kloschilder werden vor Kunstfetischisten nicht verschont.

Die Frage nach der Intention bleibt dem normalen Toilettenbenutzer jedoch vorerst unbeantwortet. Man kann nur erahnen, was sich ein Klokünstler bei seinem Werk gedacht (oder eben nicht gedacht) hat. Hat der Student von heute ein solch gigantisches Mitteilungsbedürfnis, dass er sogar auf dem Klo seine Botschaften der Nachwelt hinterlassen muss? Oder liegt das nur daran, dass es auf den Toiletten im GW I und dem NW II keine Internetverbindung gibt, sodass man nichts auf Facebook posten kann? Auf jeden Fall bringt er seine geistigen Ergüsse schnell an der Innenwand der Kabine an, um die Nachwelt und vor allem dem späteren Benutzer an seinem poetischen Können teilhaben zu lassen. Vielleicht ist der Student von heute aber auch nur so in die wissenschaftliche Arbeit vertieft, dass er selbst beim Verrichten seines Geschäftes eine Tabelle des Produktes seiner Körperausscheidungen anfertigen muss? Auf diese Doktorarbeit kann man nur gespannt sein!

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